E-Mobile brauchen mutige Politiker

Von Hermann-Luc Hardmeier. Am Vortragsabend in der BMW-Garage von Hutter Dynamics wurde über die Zukunft von Elektroautos informiert und diskutiert. Reporter Hermann-Luc Hardmeier war für die Zeitung Schaffhauser Nachrichten am Anlass und berichtet über die wichtigsten Inhalte der Vorträge.

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Bild: Gerhard Greiter (links) und Markus Hutter am Apéro nach dem Vortrag. Foto: Hermann-Luc Hardmeier. Bericht: Hermann-Luc Hardmeier

In China fand im September die Formel-E-Weltmeisterschaft statt. Mit bis zu 220 km/h brausten dort die Autos um die Kurven. In Kaliforniern fährt das Google-Auto ganz ohne Fahrer. In der Schweiz werden immer mehr Elektroautos und Hybridautos verkauft. Die Frage stellt sich: Wie sieht die Zukunft aus? Zu diesem Thema hatte das BMW-Center Hutter Dynamics den Referenten Gerhard Greiter eingeladen. Er ist CEO der Mobility Division von Siemens Schweiz. Gerhard Greiter stellte gleich von Anfang an klar: «Ich bin nicht der Messias zum Thema E-Mobility. Doch ich habe einiges Interessantes zur Materie zu sagen.» Er stellte sodann zwei Thesen auf. Erstens: Beim E-Mobile geht es um mehr als um den Elektromotor. Und zweitens: Ohne Anreiz wird sich an den Gewohnheiten der Menschen nicht viel ändern. Er machte deutlich, dass die Menschen beim Autokauf niemals nur auf den Antrieb schauen. Sprich: entweder elektronisch oder mit Benzin beziehungsweise Diesel. Der Autofahrer wolle Komfort, Sicherheit und Information. Nur wenn das E-Mobile dies im geforderten Mass bieten könne, bleibe es interessant. Bei der zweiten These gelangte er sehr schnell zur Frage, wie der Energiebedarf des E-Mobils gedeckt werden könne. Schätzungen gehen davon aus, dass noch 53 Jahre lang genügend Erdöl förderbar ist. Es ist klar: Man braucht Alternativen. Die Schwachstelle des E-Mobils seien die Batterien. Die Frage stellt sich: Wie kann die Energie gespeichert werden, und welche Energie ist sinnvoll? «Wenn Deutschland sich von der Atomkraft abwendet und zur Energieherstellung Kohlekraftwerke verwendet, dann kann man anstatt E-Mobil genauso gut einen Diesel fahren», kritisierte Gerhard Greiter die Politik unseres Nachbarlandes. Ein E-Mobil sollte seiner Meinung nach mit «grüner» Energie «betankt» werden. Dies hält er in der Schweiz für machbar. Gerhard Greiter forderte, dass Anreize geschaffen werden wie beispielsweise das E-Ticketing-System, um mehr Kostentransparenz zu erhalten. Er gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass er politisch liberal eingestellt sei und der Staat nur sanfte Rahmenbedingungen schaffen solle.

Bald Autos ohne Fahrer?

«Die grösste Veränderung des Autos findet heute nicht unter der Motorhaube, sondern bei der Elektronik statt», erklärte Markus Hutter im Anschluss. Der Gastgeber und Inhaber von Hutter Dynamics stellte zur Diskussion, ob vielleicht eines Tages auch in der Schweiz die selbst fahrenden Autos von Google zum Strassenbild gehören könnten. In der folgenden Diskussion wurden viele Fragen gestellt. Als Grundtenor stellte sich heraus, dass man sich mehr Mut wünsche. Nicht nur von den Menschen, sondern auch von der Politik. Da meldete sich Nationalrat Thomas Hurter zu Wort, der direkt aus der Session angereist war. Er äusserte sich skeptisch zu der Frage, ob der Staat Anreize dazu schaffen solle. Viel eher möchte er das Geld in den Hochschulen einsetzen, um die Forschung zu fördern. Der ehemalige Kampfpilot ist im Übrigen den E-Mobilen durchaus positiv eingestellt. Auf die Frage während des Apéros, ob vielleicht auch bald der E-Kampfjet den Schweizer Luftraum beschütze, musste er aber schmunzeln: «Das dauert wohl noch einen Moment.»

Von Hermann-Luc Hardmeier