Eine Chance, die türkische Kultur zu entdecken

Von Hermann-Luc Hardmeier: Auf dem Dreispitz-Areal in Herblingen fand am Wochenende das türkische Kulturfest „Fest-i-Festival 1“ statt.

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Bild: Die Grossen relaxen, die Kleinen spielen. Die Organisatoren des Festivals Bekir Akca, Özbey Inan und Turgay Boztepe (von links nach rechts, Foto: Hermann-Luc Hardmeier, Bericht: Hermann-Luc Hardmeier).

Schon am Eingang des Festgeländes empfing die Besucher eine grosse Türkei-Flagge, symbolträchtig im Wind wehend neben einer Schweizer Flagge. Mittendrin stand Bekir Akca, der Organisator des „Fest-i-Festival 1“ in Herblingen. „Dieser Anlass ist eine Chance“, freute er sich und hatte am Samstagnachmittag endlich einmal Zeit, durchzuschnaufen und einen türkischen Tee zu trinken. Neun Monate lang hatte der türkisch-islamische Kulturverein Neuhausen den Anlass geplant und organisiert. Seit drei Monaten lief die heisse Phase und für den Aufbau war Bekir Akca am Samstag schon ab 7 Uhr auf dem Areal. Doch nun konnte sich das Erreichte wirklich sehen lassen. Der Aufwand hat sich gelohnt.

Ein grosser Bazar mit 25 Ausstellern präsentierte sich neben einer 27 Meter langen Küche mit kulinarischen Spezialitäten aus der Türkei. Ein türkischer Reiseunternehmer, eine Fahrschule, ein Kaligraph ein türkischer Teegarten mit Shisha-Lounge und, und, und. Auch für die Kinder war einiges eingerichtet worden. Eine Hüpfburg, Sandbilder malen, sich schminken lassen und weitere Dinge erfreuten die Kleinen.

Rund 2000 Besucher

„Der Anlass soll die Vielfältigkeit der türkischen Kultur zeigen und eine Begegnungszone für die Menschen aus Schaffhausen sein“, erklärte Bekir Akca. Insofern ist der Anlass eine Chance, eine neue Kultur kennenzulernen. „Wir wollen auch Vorurteile abbauen“, so der Organisator. Er weist darauf hin, dass seiner Meinung nach der Islam in den Medien derzeit sehr negativ dargestellt werde und er sich darüber sehr ärgere. Deshalb freute er sich nicht nur über die türkischen Gäste, sondern auch über die Schweizer, welche die Möglichkeit des kulturellen Austausches nutzten. Insgesamt besuchten den Anlass knapp 2000 Gäste. Unter ihnen der Schaffhauser Stadtpräsident Peter Neukomm.

Während der Samstagnachmittag etwas verhalten startete, lockte das Abendprogramm viele Besucher an. Das Fussballspiel Barcelona-Juve wurde auf Grossleinwand übertragen, es gab einen Vortrag des Psychologen Dr. Ibrahim Gürses von der Uludag Universität über Kommunikation und Kindererziehung. Eine türkische Tanzgruppe trat auf und man konnte das einmalige Ambiente geniessen. Am Sonntag gab es sodann ein Fussballtunier mit 18 Mannschaften. Kurzum ein Anlass für Jung und Alt. Bekir Akca und der Koordinator Turgay Boztepe waren sehr zufrieden: „Wir wünschen uns, dass der Anlass jährlich stattfindet und zu einem festen Termin in der Schaffhauser Agenda wird“, sagte Turgay Botzepe. „Das würde uns glücklich machen.“

Bericht von Hermann-Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Montag, 8. Juni 2015.