Diplomfeier 2016: Besser als die Fussballstars

An der Diplomfeier 2016 der Juventus Wirtschaftsschule nahmen 48 strahlende Lernende ihre Abschlusszeugnisse im Zunfthaus zur Meisen entgegen. Anhand der guten Resultate drängte sich ein interessanter Vergleich zur Fussball-EM auf.

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«Ich war brutal nervös», sagte der Absolvent Brian Willi. Nicht alle Lernenden der drei Abschlussklassen zitterten so sehr wie er, doch 48 Diplomanden konnten sich am 14. Juli über ihr Abschlusszeugnis freuen. Nach der Begrüssung durch Rektor Felix Frei hielt Christine Egerszegi die Festrede. Die ehemalige Nationalratspräsidentin und Ständerätin des Kantons Aargau lobte die Lernenden: «Der Abschluss ist ein Meilenstein in Ihrem Leben, auf den Sie stolz sein können.» Sie legte Wert darauf, dass sie an diesem Abend nicht als Politikerin, sondern als Privatperson gekommen war. So wollte sie auch nicht über den Brexit oder die Stärke des Schweizer Frankens sprechen, sondern den Diplomandinnen und Diplomanden einige Tipps mit auf den Weg geben – auch mit der Erfahrung einer fünffachen Grossmutter: «Wenn einem das Essen nicht schmeckt, so kann man auch das Geschirr loben», erklärte sie in farbigen Sprachbildern und machte darauf aufmerksam, dass man jeder Situation auch etwas Positives abgewinnen kann. Darüber hinaus riet sie, Konflikte nicht gewaltsam zu lösen, und forderte die Absolvierenden auf, nicht einzurosten: «Sie haben eine wichtige Etappe in Ihrem Leben abgeschlossen, sind jedoch noch nicht am Ziel.»

Wie Fussballstar Ronaldo
Schulleiter Daniele Panceri verglich die Diplomandinnen und Diplomanden mit Fussballspielern und sah Parallelen bei dem Foul an Portugals Starstürmer Ronaldo in der Endrunde der EM und zwei Lernenden, die ebenfalls kurz vor dem Ziel unfallbedingt vorzeitig ausschieden. So haben von den 50, die zur Prüfung antraten, 48 bestanden, was einer Erfolgsquote von 96% entspricht und auch für die Juventus ein besonders schönes Resultat ist. Man könnte diesen Vergleich sogar noch etwas weiterziehen: Wenn man bedenkt, dass an der EM etwa 400 Fussballer im Einsatz standen, so haben die Lernenden der Juventus weit besser gespielt. Fast jeder und jede durfte zum Schluss den Siegerpokal in Form des Diploms in die Höhe stemmen.

Goethe und das Gehirn
«Die Erinnerung ist eine mysteriöse Sache», zitierte Deutschlehrer Roland Stüben in seiner Rede im Anschluss den Schriftsteller Erich Kästner. Damit meinte er nicht nur, wie gut das Gedächtnis der Abschlussklassen an den jeweiligen Prüfungen funktioniert hatte, sondern wies auch darauf hin, dass man sorgsam mit dem Hauptorgan umgehen soll. So fand er es in diesem Zusammenhang sehr spannend, festzustellen, dass das Zeitgefühl etwas Relatives darstellt: «Wenn man auf etwas wartet, scheint die Uhr langsamer zu ticken.» Er spannte den Bogen von Goethe bis Harry Potter und wünschte den frischgebackenen Absolventinnen und Absolventen zum Schluss alles Gute.

Endlich erwachsen
Abschliessend trat Philippe Gloor, als Vertreter der Lernenden, unter grossem Applaus an das Rednerpult. Frisch und prägnant überblickte er die vergangenen drei Jahre und sprach über amüsante Stunden, strenge Prüfungen und nächtelanges Lernen. Mit schelmischem Lächeln wies er auch auf die Pokerface-Lernenden hin. Jene, welche in kritischen Momenten und nach durchzechten Nächten verzweifelt ihren Schnitt ausrechnen mussten. Schlussendlich dankte er der Lehrerschaft: «Sie haben uns einen erfolgreichen Abschluss ermöglicht und dabei geholfen, ein bisschen erwachsener zu werden.» Nach Applaus und weiteren Danksagungen schritt man feierlich zur Diplomübergabe. Anschliessend endete der Abend mit einem feinen Apéro.

Für die Lehrerschaft von Luc Hardmeier, Fachlehrer Deutsch und Geschichte