Mit dem Bulldozer den Duden überfahren

Am Freitagabend erklärte der Satiriker Renato Kaiser in der Kammgarn, warum öffentliche Toiletten magisch sind und Velofahrer wie Cervelats aussehen. Von Hermann-Luc Hardmeier.

Bild: Das Schauwerk-Team und der Satiriker Renato Kaiser. (Foto: Hermann-Luc Hardmeier, Bericht: Hermann-Luc Hardmeier)

Schaffhausen erhält nicht oft royalen Besuch. In Neuhausen soll einst ein russischer Zar übernachtet haben. Am Bahnhof steht ein Stand seiner Durchlaucht, dem Brezelkönig. Und das war’s bereits. Doch dann kam am Freitagabend Kaiser Renato. Der Satiriker und Poetryslammeister trägt seine Krone allerdings nicht auf dem Kopf, sondern auf der Zunge. Er fuhr bei seinem Auftritt in der Kammgarn nicht mit der Königskutsche vor, sondern bearbeitete den Duden mit dem Bulldozer. Seine Worte hatten Sprengkraft, waren gefeilt, gepfeffert und zwischendurch auf giftig. Der Wortakrobat ist ein genauer Beobachter, der humorvoll und lakonisch das Alltagsgeschehen kommentiert. Yogamatten findet er mindestens so schlimm wie Liegevelos. Influencer würde er am liebsten auf den Mond schiessen und er gestand ganz offenherzig seine Liebe zu öffentlichen Toiletten. „WCs sind Oasen. WCs sind magisch. Es sind die letzten Rückzugsorte in stürmischen Zeiten.“ Für ihn ist auch klar, warum das stille Örtchen einen wertvollen Beitrag zur Genderdebatte leisten können: „Auf dem WC sind alle gleich!“ Der 36-jährige führte seinen verbalen Boxkampf auch gegen die Kirchen, Sauerteig und Medien, welche am liebsten über das Herkunftsland von Gewalttätern berichten und damit Stereotypen bedienen. Zum Schluss gab er sich selbstkritisch. Seine Leidenschaft Rennvelo fahren sei alles andere als sexy. „Ich fühle mich in meinem Velodress wie ein neonfarbener zu eng vakuumierter Cervelat.“ Als wäre das noch nicht genug, beschrieb er daraufhin Sekunde für Sekunde, wie er dank seiner Klickpedalen beim Anhalten am Rotlicht verunfallte. Das Publikum kugelte sich vor Lachen und das Schauwerk war mit Renato Kaisers Auftritt erfolgreich in die neue Saison gestartet. Es gab viel Applaus und der Kaiser schien seine Audienz in der Munotstadt in vollen Zügen genossen zu haben.

Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Montag, 6. September 2021. Von Hermann-Luc Hardmeier.

Der Gipfel des absurden Humors

Slam-Poetin Lara Stoll erklärte am Freitagabend, warum sie Staubsauger und Pizzaboten zur Weissglut treiben. Zudem ging sie auf der Kammgarnterrasse Schaffhausen den „blöden Schesen“ an den Kragen. Von Hermann-Luc Hardmeier.

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Das ist der Gipfel! Lara Stoll mit dem „Ehrengast“ in der Hand, der später noch Flugstunden nehmen würde. (Foto: Melanie Duchene, Bericht: Hermann-Luc Hardmeier)

„Unser Ehrengast ist auch schon hier“, sagte Lara Stoll zur Eröffnung ihres Auftritts auf der Kammgarnterrasse. Gemeint war ein Laugengipfel, der zum Schluss des Abends ins Publikum geworfen werden sollte. „Ich hoffe, ich vergesse es nicht. Ansonsten bricht das Unheil dieser Welt über uns ein.“ Die 34-Jährige tourt derzeit mit ihrem Programm „Gipfel der Freude“ durch die Schweiz. Sie nennt es nicht Comedy oder Poetryslam, sondern „Ich halte eine energetische Lesung“. Ein Auftritt mit vollem Körpereinsatz, der unglaublich lustig und abwechslungsreich ist. Zunächst liess die Ex-Schaffhauserin die Coronazeit Revue passieren. Leider mussten viele Veranstaltungen abgesagt werden. Lara Stoll nannte beispielsweise die Geissenexpo, das Weinfelder Autofest, das grosse Luganeser Risotto-Tauchen und weitere legendäre Veranstaltungen. „Wir sind unterfestet!“, stellte sie besorgt fest. Nun nahm sie Alltagsthemen ins Visier, die wohl jeder schon erlebt hat. Päärli-Kochen, das mit einem gemeinsamen „passiv-aggressivem“ Einkaufen beginnt und in einem Pak-Choi-Massaker endet. „Man muss ein gutes, eingespieltes Team sein, um sich beim gemeinsamen Kochen nicht umzubringen“, so ihr Fazit. Besonders grosse Feindseligkeiten brachte sie den Staubsaugern entgegen. Entweder sehen sie einem HR-Gyger-Alien ähnlich oder das Rohr knallt einem ständig auf den Kopf, wenn man den Schrank öffnet. Sie forderte indirekt eine Staubsauger-Helmpflicht oder eine architektonische Lösung. Daraufhin gab es ein Intermezzo mit Gitarre. „Jetzt kommt ein kurzes Lied.“ Sie nestelte am Seiteninstrument. Es erklang ein einziger Akkord und das dramatisch gesungene Wort „kurz“. Es war so absurd, dass man nicht anders konnte, als herzlich loszulachen. Lara Stoll war mittlerweile zur Höchstform aufgelaufen und steigerte sich völlig entnervt in „das schlimmste, was mir je passiert ist“, hinein. „Die Pizza, die nicht kam“, wurde zu einer Horrorstory, bei welchem schlussendlich „der tote Leib der wehrlosen Pizza gierig“ verschlungen wurde. Selten hat man sich so köstlich über etwas amüsiert, das im Alltag so ärgerlich ist wie ein verspäteter oder nicht informierte Pizzabote. Die Reise ging weiter über eine Magendarmgrippe: „Das uneheliche Kind des Teufels und einer in der Sonne vergessenen Mayonnaise“. Das kleine „Tête au Toilette“ wurde anschliessend mit einer kleinen Tuba vertont. Notabene ein Instrument, das laut Lara Stoll selber ein bisschen wie ein Verdauungstrakt aussieht. Sie entlockte dem Gerät mysteriöse Töne, die man tatsächlich auf einer Toilette hören könnt. „Sorry, ihr wart noch am Essen“, entschuldigte sie sich amüsiert bei einem Pärchen. Der Abend endete mit zwei Zugaben, einem Märchen über die kleinen Parmelins (ihrem Lieblingsbundesrat) und einer wüsten Prügelei in einem asiatischen Ramen-Restaurant. Inklusive einer „blöden Schese“, einer „Thurgauer-Rasensprenger-Attacke“ und einem Waterboarding mit Sake-Reiswein. Und natürlich wurde zum Schluss der Gipfel ins Publikum geworfen; prallte an der Bühnenbeleuchtung ab und traf die Fotografin. Ein passendes Ende für einen grossartigen Abend mit der Meisterin des absurden Humors.

Von Hermann-Luc Hardmeier. Erschienen am 9. August 2021 in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“.

 

„Poetryslam hat mir das Leben gerettet“

Am 1. Provinz-Slam in Andelfingen kämpften am Samstag sechs Poeten um den Siegerwhiskey. Von Hermann-Luc Hardmeier.

Bild: Der Sieger Jachen Wehrli mit dem Siegerwhiskey. Umringt von allen Teilnehmern und Moderatoren des Provinzslams. (Foto: Hermann-Luc Hardmeier. Bericht: Hermann-Luc Hardmeier)

„Es geht tatsächlich wieder los! Wir haben wieder Kultur in unserem Leben“, freute sich Moderatorin Rahel Fink. Zusammen mit Joël Perrin führte sie humorvoll durch den Abend. Sechs Künstler traten gegeneinander zum Poetryslam an. Beim Dichterwettstreit im Löwensaal in Andelfingen entschied das Publikum jeweils mit Applaus, wer eine Runde weiterkam. Das K.O.-System ähnelt jenem an einer Fussball-WM. Nur dass beim Poetenduell nicht mit Steilpässen, sondern mit gepfefferten Worten und verbalen Dribblings gegeneinander angetreten wurde.

Pinkelnder Hund

Im ersten Kampf trat der Langenthaler Valerio Moser gegen den Liestaler Dominik Muheim an. Valerio erzählte eine Story über einen Hund, der ihm scheinbar stundenlang ans Bein pinkelte. Während sich seine Hose mit Hunde-Urin füllte, sinnierte er über den besten Freund des Menschen. „Wie gemein es doch ist, dass die Menschen den Hunden Namen geben, welche diese selbst gar nicht aussprechen können.“ So beschloss der Poet kurzerhand, dem Vierbeiner einen eigenen Namen zu  geben. Bello, 500 Gramm Maroni oder Revolution standen zur Auswahl. Bei letztgenanntem Namen könnte man durch das Rufen nach dem Hund einen Staatstreich auslösen. Beim „500 Gramm Maroni“ hingegen gleichzeitig bestellen und das Tier zurückbeordern. Eine definitive Antwort blieb Valerio schuldig.

Dominik hatte ein ganz anderes Problem. Beim spontanen Babysitten wurde er mit der Aufgabe konfrontiert, die Kinder aufklären zu müssen. Er erinnerte sich zurück, dass seine eigene Aufklärung dank einem Schmudelheft während dem Altpapiersammeln passiert war. Das Publikum konnte sich nicht zwischen den zwei entscheiden. Und so schickte man sie als Zweiterteam zusammen ins Finale.

Kindergeschrei und Spaghetti-Sünden

Mia Ackermann aus St.Gallen trat nun gegen Gina Walter aus Basel an. Mia begeisterte mit einer absurden Story über ein Tram, dass sich bei starkem Regen plötzlich und unaufhörlich mit Wasser füllte. Gina hingegen konterte mit einer Liebeserklärung an ihr Leibgericht Spaghetti. Für die Halbitalienerin war klar: Wer Spaghetti schneidet, mit Ketchup isst oder sie als Nudeln bezeichnet, der ist ein „Sündenkevin“ oder ein „ehrenloser Sonnenstuhl-in-Mallorca-Reservierer“. Der Hunger der Gäste war geweckt und sie schickten Gina ins Finale. Die letzte Begegnung fand zwischen Jachen Wehrli aus dem Bündnerland und Martina Hügi aus Winterthur statt. Jachen setzte sich mit einem Text über die täglichen Familienfights mit seinen Kindern gegen das Arzttrauma von Martina durch. Sie gestand, dass sie sich heimlich in Arztpraxen schleiche, um im Warteraum zu schlafen. Neuerdings ist sie „polydoktorös“. Sie geht nun in eine Gemeinschaftspraxis. Jachen hingegen gab einen Tipp, wie man die gesamte Familie endlich wieder einmal zusammenbringt: „Einfach einmal den W-Lan-Stecker ziehen.“ Vor dem grossen Finale kam es sodann zu einer Überraschung: Der Andelfinger Musiker und Texter Urs Späti wurde auf die Bühne gebeten. Mit Badmintonschläger und viel Schwung erklärte er, dass ein Poetryslam ein reizvolles Kräftemessen sei. Allerdings auch ambivalent, denn der Spass und nicht der Wunsch auf einen Sieg solle im Zentrum stehen.

Poetryslam als Ausweg

Die Finaltexte waren allesamt stark. Gina breitete die Gefühlwelt der Riesenschildkröte „Lonesome George“ aus. Das Duo Valerio und Dominik berichteten über ihren Besuch an einer Weinmesse. Der Erlebnisbericht sowie der Slam endeten feuchtfröhlich. Da sie die Zeit überzogen hatten, wurden sie von den Moderatoren von der Bühne „weggekitzelt“. Jachen wählte nicht die humorvolle Schiene. Er berichtete über einen persönlichen Schicksalsschlag. Er hatte drei beruflich bedingte Burnouts. Klinikaufenthalte und dunkelste Gedanken inklusive. Erst seine Familien und das Texteschreiben konnten ihm helfen. „Poetryslam hat mir buchstäblich das Leben gerettet“, erklärte er nach seinem Auftritt. Er hatte damit die Besucher berührt und durfte den Siegerwhiskey zum Schluss in die Höhe stemmen. Der Abend zeigte die gesamte Bandbreite des Poetryslams und war ein grosser Erfolg. „Wir möchten diese Veranstaltung unbedingt wiederholen“, bilanzierte Rahel Fink. „Es wäre schön, wenn wir vielleicht drei Mal jährlich einen Provinzslam veranstalten könnten.“

Von Hermann-Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 31.05.2021

Lara Stoll hat nicht Schmetterlinge, sondern Zahnärzte im Bauch

Die Poetryslammerin Lara Stoll eröffnete am Freitag die Schauwerk-Saison in der Kammgarn mit humorvollen und teilweise grotesken Geschichten. Von Hermann-Luc Hardmeier.

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Foto: Evelyn Kutschera. Bericht: Hermann-Luc Hardmeier.

„Nein, ich bin nicht diejenige mit dem Alphorn!“ Mit viel Selbstironie, Humor und geschliffenen Texten begrüsste Lara Stoll die Gäste. Die Spannung war gross, denn die Künstlerin hat auf dieser Bühne schon so einiges ausprobiert. Einmal donnerte sie mit einem Mini-Traktor eine Rampe hinunter und bei ihrer letzten Kammgarn-Show hatte sie sogar ein 30er-Töffli gesattelt, mit welchem sie unter lautem Lärm und nebliger Auspuffwolke vor den Gästen herumdüste. Gibt man auf Youtube ihren Namen ein, so erscheinen Slam-Texte mit Titeln wie „Furz“, „Deine Mutter“ oder „Weshalb ich manchmal gerne ein John Deere Traktor 7810 wäre“. Und auch diesmal liess sich die Dame mit den absurden Ideen und der lockeren Zunge so einiges einfallen. Bereits beim ersten ihrer Texte trafen Uriella, der Scheitel von Gilbert Gress und ein T-Shirt mit handbedruckten Doris-Leuthard-Gotthard-Tunnel-Löcher aufeinander. Die kurzen Slam-Texte waren amüsant, gut komponiert und immer wieder unglaublich temporeich. Lara Stoll liess die Besucher oft an ihrem Leben teilhaben. Man erfuhr, dass ihr Freund im Gegensatz zu ihr nicht Programmhefte von politischen Parteien lesen muss, um einschlafen zu können, dass sie 1999 ein Fleischkäse-Sandwich einen Sommer lang als unfreiwilliges Biologie-Langzeitprojekt in ihrem Schulrucksack dahinvegetieren liess und dass sie eine geradezu panische Angst vor Schmetterlingen habe. „Alleine schon der Ausdruck „Schmetterlinge im Bauch“ klingt für mich pervers“, erklärte sie. Da könnte man gerade so gut sagen „Spinnen im Bauch“ oder „Zahnärzte im Bauch“.

Mutter in der Cloud

In einer ihrer Geschichten hat sie ihre Mutter digital überflügelt. Während Lara Stoll sich noch erinnert, wie sie ihrer lieben Mama die Handytaschenlampe erklärte, hat sich ihre Mutter schon längst selber in die Cloud hochgeladen. Man erfuhr auch, warum Zahnärzte Eier legen, um sich fortzupflanzen. Danach gab es eine musikalische Einlage mit der Gitarre: Lara Stoll spielte zunächst ein „nettes Lied“, das aber nicht schön sei, und danach ein „schönes Lied“, das aber nicht nett sei. Während beim 1. Song alle Katzenmusiker der Welt Saltos in den Ohren der Zuhörer sprangen, dominierte im zweiten Lied das Wort „Kacke“. Und als wäre das noch nicht genug, ergänzte sie danach: „Ich möchte mich noch dafür entschuldigen, dass ich in den Song Tennisspielerin Martina Hingis nicht eingebaut habe.“ Zum Schluss gestand Lara Stoll mit einem Augenzwinkern: „Ich beneide Helene Fischer. Ich würde bei meinen Aufritten auch gerne mit BHs und Kafirahmdeckeli beworfen werden.“ Sie endete mit einem grässlich-schönen Lied mit dem Titel „Wasabi im Herdöpfelstock“. Lara Stoll hat das Publikum intelligent und witzig unterhalten. Damit ist den Organisatoren vom Schauwerk ein perfekter Einstieg in die neue Saison geglückt.

Von Hermann-Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 3. September 2018.

Ritter besiegt laktoseintoleranten Drachen

Sechs Wortkünstler überboten sich am Donnerstag beim ersten Poetry-Slam in der Rhybadi Schaffhausen mit ihren assoziativen Spielereien. Der Klamauk streifte bisweilen den Ernst, und das Publikum fühlte sich bestens unterhalten. Ein Eventbericht von Hermann-Luc Hardmeier.

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Foto: Der Moderator heizt das Publikum auf dem schwimmenden Floss ein. (Bild: Hermann-Luc Hardmeier, Bericht: Hermann-Luc Hardmeier)

«Wow!» So enthusiastisch begrüsste der Moderator die Gäste in der Rhybadi. Am Donnerstagabend bildete ein kleines Floss mitsamt Sofa, Mikrofon und Stehlampe die Bühne für sechs Slampoeten aus der ganzen Deutschschweiz. Die Gäste waren zahlreich, die Temperaturen perfekt.

Nachdem Lillemor Kausch als Opferlamm die Jury und das Publikum mit einer bizarren Story über eine Hochzeit im konservativen Appenzellerland eingestimmt hatte, trug der Zürcher Gregor Stäheli seinen ersten Text vor. Es war eine gekonnte Parodie auf alle Kinder, die von ihren Eltern zu stark behütet sind, und endete damit, wie er sich von seinem Jugendidol Meister Proper emanzipierte, mit Schleifpapier zwischen den Beinen einen Marathon lief und auf einer Giraffe in den Sonnenuntergang ritt. Darauf folgte Remo Zumstein aus Bern. Er hatte Reime und Wortspiele zum Thema Vaterschaftsurlaub im Gepäck. Er forderte mehr Anerkennung für Väter, denn auch er könne «görpsen» und Bauklötze mit seinen Fingerchen halten.

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Die Grenzen der Lachmuskeln

Nach diesen zwei extrem humorvollen Texten zeigte Sarah Altenaichinger, dass es auch ernsthaft ging. «Der Tag dehnt sich endlos wie Lakritze» und «Der Sommer stöhnt wie ein Tier unter der Hitze» sind nur zwei Leckerbissen ihrer poetischen Reise durch den heissesten Monat des Jahres. Pierre Lippuner aus St. Gallen liess die Besucher abstimmen, ob sie einen Text auf St. Galler Mundart, ein ernstes Thema oder einen «Extrem-Daneben»-Slam hören wollten. Natürlich entschieden sich die Zuhörer für die dritte Version und durften einen bitterbösen Brief an eine Exfreundin in voller Länge geniessen. Remo Rickenbacher aus Thun brachte die Lachmuskeln an ihre Grenzen, als er erzählte, wie er sich gegen Cybermobbing wehrte. Ein Video von seinem Absturz an einer WG-Party liess er verbal rückwärtslaufen und demonstrierte, wie schön er den Kühlschrank und den Teppich reinigte und – abgesehen von ein paar misslungenen Tanzschritten – sogar eine fremde Frau, ohne eine Ohrfeige einzufangen, küssen durfte. Rhea Seleger aus Zürich schliesslich zeigte in ihrer Niederschrift auf, dass man bei den Eltern vieles als selbstverständlich erachtet, was keinesfalls selbstverständlich ist.Eine zufällig ausgewählte Publikumsjury bewertete jeden Auftritt mit Noten. Vier Kandidaten schafften es ins Halbfinale. Im Finale landeten Gregor Stäheli und Remo Rickenbacher. Der Zürcher schlug mit seinem Rittertext über den furchtsamen Frederick, der mit einer Milchschnitte den laktoseintoleranten Drachen besiegte, den kreativen Mitmach-Text des Thuners. Verdient wurde Gregor Stäheli auf dem Floss zum ersten Sieger des Rhybadi-Slams gekürt. Doch der wahre Gewinner beim Poetry-Slam ist wie immer das geniessende Publikum.

Von Hermann-Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 23. Juni 2018.

Poetryslam: Der rappende Mönch zeigte es allen

Am 2. Schaffhauser Science Slam stellten junge Wissenschaftler lustig und unterhaltsam ihre Forschungsthemen vor. Zum Schluss gab’s aber vom Sieger eine Publikumsschelte. Ein Bericht von Hermann-Luc Hardmeier.

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Bild: Henry Wöhrnschimmel während seines Slams zum Thema „resistente Chemikalien“.

Spätestens seit der US-Comedyserie „The Big Bang Theory“ wissen wir, dass Wissenschaft auch Spass machen kann. Am Samstagabend blödelten Sheldon, Leonard und Howard nicht nur im TV, sondern quasi direkt vor unserer Haustüre. Am 2. Science Slam im Chäller stellten sieben junge Wissenschaftler ihre Forschungsthemen vor. Mit viel Ironie, Sarkasmus und eingängigen Beispielen hatten sie Texte und kreative Power-Point-Folien für das Publikum im Gepäck. Es war erfrischend, wie auf der Bühne die Studiumsinhalte entstaubt und in populäre Sprache umgesetzt wurden. Jeder Text wurde von einer zufällig ausgewählten Publikumsjury mit den Noten 1-3 einmal für den wissenschaftlichen Gehalt und einmal für die Qualität des Slams bewertet. Moderator Markus Berg brach das Eis. Mit seinem Text „Verdammt, wo ist der Ton? 2.0“ sprach er über die Probleme, wie man schnell und qualitativ hochwertig seit dem Ende der ISDN-Leitungen „Sprachpakete“ über weite Distanzen verschicken kann. Witzig nahm er dafür Liveschaltungen von Sportmoderatoren am WM-Finalspiel in Brasilien zwischen Deutschland und Argentinien als Beispiel.

Fussball und Verkleidung

„Winkeltreue zahlt sich aus“ war sodann das Thema des Mathematikers Felix Günther. Mit Computergrafiken und Weltkarten zeigte er sehr anschaulich, welche geometrischen Formen Einfluss auf unseren Alltag haben. Nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken ist beispielsweise der Ikosaederstumpf. Auch genannt Fussball. Als er sich zum Schluss das EU-Gesetz zur Gurkenkrümmung vorknöpfte und der Lächerlichkeit preisgab, hatte er endgültig alle Herzen der Zuhörer gewonnen. Stark war auch der zweite Slammer: Simon Hauser. In einer Mönchskutte stellte der Germanist seine Magisterarbeit vor: Die Heilsspiegel-Handschrift A. Mit schnellem Tempo und viel Humor sprach er über die mittelalterliche Schrift, die er im Studium entschlüsseln musste. Man erfuhr nicht nur Spannendes über sein Handwerk, sondern auch allerlei Anekdoten über das Mittelalter. „Thomas von Aquin war so keusch, dass er sich sogar weigerte, von einem ausgezogenen Tisch zu essen“, sagte Simon Hauser augenzwinkernd. Als er schlussendlich den Rapsong „A-N-N-A“ von Freundeskreis mit neuem Text zu einem „Handschrift A“ – Hiphopsong vortrug, tobte das Publikum. Wie konnte man einen solchen kreativen Auftritt noch toppen? Weder Henry Wöhrnschimmel mit seinem bildreichen Text über persistente Chemikalien noch Elektrotechniker Robert Niebsch mit seinem Slam über „geplante Obsoleszenz“ – oder warum Handys und Computer genau nach Ablaufzeit der Garantie kaputt gehen – konnten Simon Hauser das Wasser reichen.

Unerwartet und mutig

Mutig und stark war der Auftritt von Wiebke Schick und Jasmin Barman. Sie verknüpften den Slam mit ihrem persönlichen Schicksal. Schick sprach über ihren Kampf mit der Epilepsie und Barman darüber, wie sie bei der Entwicklung eines Medikaments gegen ihre „Lichtkrankheit“ geholfen hat. Jasmin Barman leidet an einem seltenen Gendefekt, durch welchen sie starke Verbrennungen bei normalem Sonnenlicht erleidet.

Schelte fürs Publikum

Das Publikum kürte schliesslich den rappenden Mönch Simon Hauser zum Gewinner. Dieser freute sich zwar über den Sieg, las dem Publikum aber auch die Leviten: „Ich verstehe nicht, warum Jasmin Barman bei der Wissenschaft-Note keine Höchstbewertung bekam. Im Vergleich zu ihr mache ich nur Klamauk. Ich bewahre als Literaturwissenschaftler zwar das kulturelle Gedächtnis, sie aber rettet Menschenleben.“ Mit diesem Denkanstoss endete der vergnügliche und interessante Abend. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Simone Hörtner vom OK von der naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen. „Wir wollten heute Abend Naturwissenschaft und Unterhaltung verknüpfen. Das ist sicherlich gelungen. Ich bedanke mich fürs Kommen, fürs Lachen und fürs Klatschen.“

Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 2. Mai 2017. Von Hermann-Luc Hardmeier.

Poetry-Slam: Lara Stoll lässt Konkurrent den Vortritt an der Schweizermeisterschaft

An den dreitägigen Schweizermeisterschaften des Poetry-Slams holte Lara Stoll den zweiten Platz. Doch die Story dahinter ist etwas komplex. Von Hermann-Luc Hardmeier.

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Bild: Der Schweizermeister 2016 Remo Zumstein. (Foto: Hermann-Luc Hardmeier, Bericht: Hermann-Luc Hardmeier)

Vergangene Woche fand die helvetische Meisterschaft in St. Gallen die statt. Wie immer mussten die Dichter und Poeten mit selbstgeschriebenen Texten gegeneinander antreten, eine Publikumsjury bewertete die Inhalte und den Auftritt. Via K.O.-System konnte man sich für den Einzelfinale am Samstagabend in der Tonhalle qualifizieren. Beim Kampf um den Titel standen sich neun Wortakrobaten gegenüber. Darunter auch die Ex-Schaffhauserin Lara Stoll. Sie hatte den Titel bereits 2010 gewonnen. Im selben Jahr, als sie auch Europameisterin wurde. Das hochkarätige Finale war spannend, unterhaltsam und auch sehr humorvoll. Fitim Lutfiu, Remo Zumstein und Lara Stoll rangen sodann in der Endrunde um den Titel. Die 28-Jährige Züricherin hatte einen herrlichen Text darüber geschrieben, warum man den „Furz“ eigentlich Körpermusik nennen sollte und wie er zu Unrecht in der Gesellschaft diskriminiert werde. In der letzten Runde ging sie auf volles Risiko. „Das ist der beste Text, den ich jemals geschrieben habe“, sagte sie. Anstatt einen Text vorzulesen, führte sie aber eine dadaistische Vorstellung vor, bei welcher sie die Textzeile „Deine Mutter“ sprach, flüsterte, schrie und auf der Bühne rennend und kriechend inszenierte. War das abstrakte Kunst? Oder wollte sie Remo Zumstein den Vortritt gewähren? Lara Stoll hat den Titel bereits erobert, Zumstein war 2015 lediglich Vizemeister geworden und trat mit herrlichen berndeutschen Wortspieltexten an. Die Antwort, ob Kunst oder Freundschaftsdienst, blieb Stoll dem Publikum schuldig. Sie wurde Vizemeisterin und gratulierte Remo Zumstein mit glücklichem Lächeln.

Von Hermann-Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 21.3.16.

Historiker Ben Meyer gewinnt Science-Slam

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Der Grösste war an diesem Abend der Grösste. Mit über zwei Metern Höhe war der Sieger des Abends Ben Meyer keine unauffällige Erscheinung und zeigte nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich den Mitstreitern, wo die Musik spielt. Der Historiker gewann den ersten Science-Slam im Chäller. Ein Wettkampf der Wissenschaftler mit einem einfachen Ziel: Fünf Studenten und ein Kantischüler erklärten den Zuhörern einen Teilbereich ihrer aktuellen Forschung auf äusserst unterhaltsame Weise. Der Anlass war der Auftakt zum Tag der Naturwissenschaften. „Seit 130 Jahren sind Geistes- und Naturwissenschaften voneinander getrennt“, erklärte Hauptorganisator Dani Leu. „Das ist schade. Wir wollen mit dem Science-Slam eine Brücke zwischen den Disziplinen schlagen.“ Die Eröffnung des Abends machte der Poetry-Slammer Renato, der zuvor für ausgewählte Kantischüler einen Poetry-Slam-Workshop durchgeführt hatte. Der Schweizermeister aus dem Jahr 2012 und Buchautor (z.B. Neutralala) stimmte das Publikum mit drei Texten ein. Im ersten erschien ihm Goethe im Traum und kritisierte: „Du bist der Dieter Bohlen der Poesie.“ Dass dem nicht so ist, bewies Kaiser mit seinen zwei weiteren Texten, die kleinen, absurden Soziologiestudien nahekamen. Zuerst beschrieb er herrlich die Leiden von SBB-Pendlern und ihren einzigen Lichtblick im Leben: Die Berglandschaften auf den SBB-Toiletten. Danach versuchte er einer Migros-Werbung nachzueifern und wildfremden Menschen ein Kompliment zu machen. Das ging aber gewaltig nach hinten los. Das Publikum war köstlich unterhalten und perfekt für die kommenden Wissenschaftler eingestimmt. Biologistudent Martin Jakob erklärte mit Hilfe eines Märchens und dem Ballergame GTA, wie eine Mücke übertragbare Krankheiten verbreitet. Medizinstudent Jonathan Weller sprach über zankende Zellen und Krebs mit PowerPoint und Smiley-Emoticons. Tanja Dallafior malte düstere Szenarien des Klimaeffekts an die Wand in Kombination mit Bildern einer knuffigen Babykatze. Der Kantischüler Damian Schmid stach mit seinem Text heraus, da er die Wissenschaft an sich kritisierte und in Frage stellte. Achim Reisdorf reizte die Lachmuskeln aufs Äusserste mit seinem Vortrag über Dino-Leichen und Ben Meyer erklärte unter anderem, warum sich radioaktive Zahnpasta nicht durchgesetzt hat. Geschliffen, frech und grossartig führte Tokter Tanner als Moderator durch den Abend. Fazit: Noch nie hat Naturwissenschaft so viel Spass gemacht.

Von Hermann-Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Montag, 11. Mai 2015.

 

Poetry Slam: Ein Berner Rapper besiegt Goethe

Von Hermann-Luc Hardmeier: Stunde der Newcomer: Am Openliste-Poetry-Slam im TapTab gab es am Freitagabend viel frischen Wind. Ein Eventbericht von Hermann-Luc Hardmeier.

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Bildquelle: www.taptab.ch

„Ein Poetry Slam ist nicht wie das Konzert deiner Lieblingsband“, sagte Eddy Renard, der im TapTab als Moderator auf der Bühne stand. „Man kann nicht erwarten, dass einem alles gefällt, aber ein bis zwei Texte flashen und überraschen mich jedes Mal. Das ist das Schöne an dieser Kunst.“ Am Freitagabend standen zwölf Wortakrobaten und Poeten bereit, um das Publikum im TapTab zu beeindrucken. Wie üblich an den Slams hatten die Teilnehmer fünf Minuten Zeit, um einen selbstgeschriebenen Text vorzutragen. Die Zuschauer bewerteten danach mit Tafeln von eins bis zehn die Darbietung und hievten drei Wortkünstler ins Finale. Der Sieger durfte sodann den Pokal in Form einer Flasche Whisky entgegennehmen. Den Anfang machte Fitim Lutfiu, der sich über die Dating-Apps lustig machte. Er beschrieb eine erfundene Geschichte, in welcher er sich als Frau ausgab und perverse Angebote von Lüstlingen auf der App namens Tinder bekam. Mit einem fetzigen Rap über die Tücken der Schweizer Immigrationspolitik folgte Kay Wieauchimmer. Ein gewagtes Experiment unternahm Manu Alexander: Er hatte keinen Text vorbereitet, sondern erzählte frisch von der Leber weg von einem Blinddate in Hamburg und Bremen, bis die fünf Minuten um waren. Jennifer Unfug ärgerte die Aussage eines Rappers, dass die Kunst des Reimens der Männerwelt vorbehalten sei. Sie zeigte in ihrem Text, dass Rap durchaus Frauenpower beinhaltet. Es folgten Texte von einem Schwarzfahrer, der in einer Klinik für Samenspenden landete, ein philosophischer Text über die Denkzentrale im menschlichen Kopf und ihrer Auswirkungen auf die Schule, ein englischer Rap, Tipps für die Sanierung der morbiden Staatsfinanzen, eine Anklage gegen den Kapitalismus und ein Berner Oberländer, der über seine Integrationsprobleme als einziger Ausländer des Dorfes berichtete.

Humor kommt nicht zu kurz

Unter den Slammern waren einige Newcomer, die das erste Mal an einem Poetry Slam auftraten. Das brauchte viel Mut und wurde vom Publikum mit guten Bewertungen und viel Applaus quittiert. Viele Texte waren nachdenklich, doch auch der Humor kam nicht zu kurz. Patrick Armbruster beschwerte sich ironisch über die Fasnächtler. Er bezeichnete sie als „bunt vermummte Audio-Terroristen“ und holte damit als erster das Punktemaximum. Ebenfalls mit Höchstnoten wurde ein Herr beurteilt, der sich als Lord Ben Goethe vorstellte. Er gab sarkastische Tipps für den Valentinstag und beschrieb das gnadenlose Schicksal eines Romeos, der sich zu spät um das Valentinstags-Geschenk seiner Julia gekümmert hatte. Kay Wieauchimmer, Patrick Armbruster und Lord Ben Goethe schafften es ins Finale. Dort hatte der erstgenannte die Nase vorne. Kay hat sich übrigens seit sechs Jahren der Reimkultur verschrieben und gewann den vorletzten Slam. Mit einer Mischung Gesellschaftskritik und Elementen aus dem Gedicht Erlkönig hatte der Berner einen Rap gezimmert, der die Konkurrenz an die Wand schmetterte. „Heute Morgen hätte ich niemals gedacht, dass ich den Whisky nach Hause nehmen werde“, sagte er glücklich nach seinem Sieg und teilte das Getränk an der Afterparty mit den anderen Poeten. Der literarische Hauptgang ging nahtlos in ein ausgedehntes musikalisches Dessert mit DJ Muhandis Douroucoulis über und erfreute die Gäste bis tief in die Nacht.

Von Hermann-Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 16.2.2015.

 

Poetry Slam: Lars Ruppel wird deutschsprachiger Meister

Von Hermann-Luc Hardmeier. Am Wochenden gewann der Hesse Lars Ruppel die deutschsprachige Meisterschaft im Poetry Slam.

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Bild: Lars Ruppel mit seinem Zitat „neuem feschen Pressebild“ (Foto: Hendrik Schneller, www.larsruppel.de, Bericht: Hermann-Luc Hardmeier)

„Holger, die Waldfee“, ist die Hauptperson in Lars Ruppels Text, der Ruppels Buch auch sogleich den Titel gibt. Der Text über Holger beruht laut Ruppels Ansicht auf dem Ausspruch „Holla, die Waldfee“, der oft falsch verstanden wird. Dies liegt unter anderem an der Schwerhörigkeit vieler Menschen aus dem Herkuntfsort von Lars Ruppel. Dort geht man nämlich nicht zum Frisör, sondern man schiesst sich mit Knarren neue Frisuren zurecht und nimmt neben der neuen Lockenpracht auch den einen oder anderen Tinitus in Kauf.

Dieser kurze Ausflug in die Welt des Autors und Poetry Slammers Lars Ruppel zeigt, was derzeit seine Spezialität ist: Gedichte und Redensarten reloaded. Kein Wunder, setzte der Wortakrobat seine Geheimwaffe auch an der Meisterschaft ein und konnte damit die Konkurrenz ausstechen.

Lars Ruppel hat am vergangenen Wochenende in Dresden die deutsprachigen Meisterschaften gewonnen. Sein Finaltext über die Redensart „Alter Schwede“ überzeugte das Publikum und man stemmte den 29-Jährigen, der noch alles andere als ein alter Schwede ist, auf den Slammer-Thron.

Nach seinem Auftritt lobte man ihn in den Medien mit den Worten „Wenn das Dichten ein Kampfsport wäre, so hätte Lars Ruppel schon längst den Schwarzen Gürtel erobert“.

Herzliche Gratulation dem Sieger und weiter so, alter Schwede!

Hier gibt es eine kleine Kostprobe von Lars Ruppel mit seinem Text über Holger, die Waldfee:

Video: Holger, die Waldfee

Bericht von Hermann-Luc Hardmeier.